Zoran Mušič – Traghetto

Zoran Mušič - Traghetto | Ausstellung in der Galerie Vorspann

Zoran Mušič – Traghetto

Ausstellung in der Galerie Vorspann, Eisenkappel / Kärnten

Die Galerie Vorspann zeigt bis zum 30. August 2025 eine von Siegbert Metelko und Willi Magnet kuratierte Ausstellung mit dem Titel „Zoran Mušič – Traghetto“. Im Mittelpunkt stehen Werke, in denen der Künstler das venezianische Motiv des Traghetto – der traditionellen Gondelfähre – als Sinnbild für Übergänge, Stille und inneres Erleben interpretiert.

Zur Vernissage am 1. August 2025 begrüßten die beiden Kuratoren zahlreiche Gäste und gaben Einblick in Leben und Werk von Zoran Mušič, der auch im kärntnerischen Griffen gelebt hat. Besonders Siegbert Metelko stellte in seiner Einführung prägnant die Verbindung zwischen Mušičs Biografie, seinem künstlerischen Schaffen und der gewählten Motivik heraus.

Die Ausstellung lädt zur kontemplativen Auseinandersetzung mit einem oft übersehenen, aber zentralen Teil seines Spätwerks ein.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Galerie Vorspann.

Auszug aus der Eröffnungsrede von Siegbert Metelko

„Zoran Music war ein Mensch Mitteleuropas. Mitteleuropa, das ist jener fast unbekannte Kontinent im Kontinent. Um eine Vorstellung von dem mythisch-historischen Begriff Mitteleuropa zu geben, werfen wir einen Blick auf die Stadt Görz/Gorizia/Gorica, wo Zoran Music geboren wurde. Es ist eine weder ethnisch noch historisch definierbare Stadt: Metropole einst einer Grafschaft, zu welcher sowohl der gesegnete Collio gehörte, als auch die Täler des heutigen Osttirol.

Görz grenzte an die Republik Venedig, war mit der Lagunenstadt kulturell innig verbunden, politisch aber verfeindet. Auf der einen Seite das Haus Österreich, Erbe der Görzer Grafen, auf der anderen die Venezianer in ihrer sternförmig angelegten Festung Palmanova. Man sah sich in die Augen und man misstraute einander; argwöhnisch und doch aufeinander angewiesen: durch die gemischte italienisch-friulanisch-slawische Bevölkerung, durch katholische Traditionen, nicht zuletzt durch die Nahrung: Mare è Montagna. Waldpilze und Meeresfrüchte, Polenta, schwarzer Wein.

Mitteleuropa also. Herz, Bauch, aber auch neuralgischer Punkt des Kontinents. Zoran Musics Biographie erscheint mir wie ein Konzentrat der Geschichte des „Kontinents im Kontinent“. Als er am 12. Februar 1909 geboren wird, befindet sich Görz, eine zumindest dreisprachige Stadt, noch unter den Fittichen des hethitisch-byzantinisch- österreichischen Doppeladlers…………………………“

Zu den Bildern „Wir sind nicht die Letzten“

„Musics Arbeit ist kein Aufschrei des Aufbegehrens, sie erhebt keine Anklage. Vielmehr ist sie eine Meditation dessen, was er in den Konzentrationslagern erlebt hat. Das Wort „Non siamo gli ultimi“ drängte sich ihm damals auf: Wir sind nicht die Letzten. Die Verfolgung des Menschen durch den Menschen ist nicht zu Ende.“